Der Jahresurlaub des Arbeitnehmers ist aufgebraucht und dann passieren unverhoffte Ereignisse, für die man sich frei nehmen muss und man benötigt weiteren Urlaub. Aber wie soll dies gehen? Hat man darauf einen Anspruch? Und was ist zu beachten?

Unbezahlter Urlaub -Allgemeines

arbeitsvertrag

Die vertraglich vereinbarten Leistungen sind während des unbezahlten Urlaubs außer Kraft gesetzt.

Bei Antritt des unbezahlten Urlaubs wird der Arbeitnehmer freigestellt, das Arbeitsverhältnis ruht für die Dauer der Auszeit. Daraus resultiert, dass der Arbeitnehmer nicht zur Erbringung seiner vertraglich vereinbarten Leistung und der Arbeitgeber nicht zur Bezahlung dieser verpflichtet ist. Nebenabreden des Arbeitsvertrages wie ein Wettbewerbsverbot und Treue- und Fürsorgepflichten behalten aber ihre Gültigkeit. Vereinbarungen über eine unbezahlte Freistellung sollte aus Beweisgründen immer schriftlich geschlossen werden. Ein ganz wichtiger und nicht zu unterschätzender Fakt ist der Versicherungsschutz für die Sozialversicherungen (wie die gesetzliche Krankenversicherung). Er besteht nur für die ersten vier Wochen fort. Bei längerem Urlaub wird der Arbeitnehmer abgemeldet und verliert den Versicherungsstatus. Da in Deutschland seit einiger Zeit eine Verpflichtung zur Krankenversicherung besteht, muss sich der Arbeitnehmer in diesem Fall freiwillig versichern, egal ob gesetzlich oder privat.
Gleiches gilt auch bei der Rentenversicherung. Um die Rentenansprüche nicht zu verlieren, sollte vorgesorgt werden, denn jeder Monat Rentenbeitragszahlung zahlt sich am Ende aus. Meist ist daher die freiwillige Einzahlung des monatlichen Mindestbeitrages von 79,60 Euro sinnvoll.

Gründe für unbezahlten Urlaub

krankenpflege

Pflege erkrankter Angehöriger ist ein Grund für Beantragung für unbezahlten Urlaub in Deutschland

Ein genereller Anspruch auf eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit existiert nicht. Bei einer unerwarteten Situation durch die der Arbeitnehmer in eine von ihm nicht beeinflussbare Zwangslage gerät, hat der Arbeitnehmer aber die Verpflichtung, eine Freistellung zu gewähren. Ansprüche auf eine Freistellung können sich darüber hinaus auch aus einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder dem Arbeitsvertrag selbst ergeben.

Gesetzlich ist die Freistellung bei der Versorgung kranker Kinder geregelt. Aber auch die Pflege erkrankter Angehöriger ist ein Grund. Zu beachten bleibt, dass bei Krankheit der Kinder eine Freistellung nicht unbegrenzt ist. Die Dauer ist abhängig vom Alter sowie der Anzahl der Kinder und der Tatsache ob man Alleinerziehende/r ist oder nicht.

Der Erziehungsurlaub ist ein weiterer klassischer Grund für eine unbezahlte Freistellung. Die Freistellung kann bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes erfolgen. Bei ausländischen Arbeitnehmer tritt der Einzug zum Wehrdienst im Heimatland des öfteren als Grund auf.
Weiterhin lässt sich eine unbezahlte Freistellung aus einer gewohnheitsrechtlichen Ausübung heraus herleiten. Denn wenn in vorhergehenden gleich gelagerten Fällen eine solche gewehrt wurde, muss dies auch zukünftig gelten.

Sabbatical – Neue Trend in Deutschland

sabbaticalIn Deutschland gewinnt zunehmend das Sabbatical an Bedeutung, welche genutzt wird, um eine längere berufliche Pause einzulegen und neue Kräfte zu sammeln. Hierfür bedarf es einer ausführlichen Planung und Vorbereitung, denn es handelt sich meist um einen längeren Zeitraum. Um nicht ohne Entgelt und Versicherungsschutz zu bleiben, sollten mit dem Arbeitgeber verschieden Möglichkeiten besprochen werden. Bei einem Modell werden in der Aufbauphase Mehrarbeitsstunden, Urlaubstage, Gratifikationen oder Einmalzahlung als Geld auf das Konto eingezahlt, was nicht steuerpflichtig ist und während der Freistellung als normales Entgelt ausgezahlt.
Eine anderen Möglichkeit ist ein Teilzeitvertrag, in dem eine Arbeitszeit von 30 Stunden vereinbart wird, der Arbeitnehmer aber volle 40-Stunden arbeitet. Nach drei ganzen Jahren, kann dann durch die angesparte Arbeitszeit ein Sabbatical von einem Jahr genommen werden.

Berechnung vom unbezahlten Urlaub

berechnung unbezahlten urlaub

So wird der unbezahlte Urlaub in der Regel berechnet.

Die Berechnung unbezahlter Urlaubstage ist vom Gesetzgeber her nicht geregelt. Gängig ist folgende Berechnung: Das Brutto-Monatsgehalt wird durch die Anzahl der Monatstage (im Durchschnitt 30) dividiert und als Ergebnis erhält man den täglich Brutto-Verdienst.

Die nach Abzug der Urlaubstage übrigen Tagen werden nun mit dem täglich Brutto-Verdienst multipliziert und als Ergebnis bekommt man das übrige Monatsgehalt.





Unbezahlter Urlaub bei Beamten

Auch Beamte können Sonderurlaub bei ihrem Vorgesetzten beantragen. Dieser wird aber nur unter engen Voraussetzungen gewährt, womit zunächst geprüft wird, ob der Beamte abkömmlich ist. Falls dies der Fall sein sollte, erfolgt die Genehmigung unter dem Wegfall der Geld- und Sachbezüge.